Eine Besonderheit des Universitätsstudiums in Deutschland besteht darin, dass die Studierenden sich ihren Stundenplan größtenteils selbst zusammenstellen können. Man muss lediglich darauf achten, alle laut Studienordnung vorgeschriebenen Pflichtfächer zu absolvieren. Den Zeitpunkt kann man jedoch frei wählen, vorausgesetzt die Pflichtveranstaltungen werden auch jedes Semester angeboten. Darüberhinaus entscheiden die Studierenden selbst, welche Seminare und Vorlesungen sie neben den Pflichtveranstaltungen zusätzlich besuchen. Die Reihenfolge der besuchten Veranstaltungen ist in der Regel nicht relevant, da diese meistens nicht aufeinander aufbauen. Bei der Planung ist lediglich zu beachten, dass manche Pflichtveranstaltungen nicht jedes Semester angeboten werden.
Vor allem in den naturwissenschaftlichen Studiengängen wie Mathematik und Medizin ist der Stundenplan jedoch strenger vorgegeben. Gleiches gilt für die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Studiengänge an Fachhochschulen. Es gibt in diesen Fächern kaum Abweichungen vom Stundenplan, da alle Veranstaltungen aufeinander aufbauen.
Veranstaltungen an Hochschulen haben in der Regel die Eigenschaft 15 Minuten später zu beginnen, als tatsächlich im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Diese Verschiebung nennt man das "akademische Viertel" und wird mit c.t. bezeichnet. Die Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "cum tempore" = mit Zeit. Ist im VV also ein Vorlesungsbeginn mit 10 Uhr angegeben, beginnt die Veranstaltung regulär erst um 10:15 Uhr.
Abweichungen von dieser Regel werden im Vorlesungsverzeichnis extra gekennzeichnet mit den Initialen s.t. (lat. "sine tempore" = ohne Zeit). Mit diesem Vermerk beginnen die Veranstaltungen dann tasächlich zu der angegeben Zeit, also 10 Uhr s.t. heißt auch Beginn um 10 Uhr.